Gesicht zeichnen – Tipps und Tricks

Vorneweg lässt sich sagen, dass das Zeichnen von Gesichtern eher ein Thema für fortgeschrittene Zeichner ist. So erspart man sich einiges an Frust, wenn man bereits gewisse Vorkenntnisse hat. Besonders eine sichere Linienführung und Kenntnisse über Licht und Schatten sind hilfreich. Dennoch gibt es Tipps und Tricks, welche die Anfänge des Zeichnens von Gesichtern erheblich vereinfachen können. Dennoch gilt es zu unterscheiden, ob man einfach nur ein Gesicht zeichnen möchte, oder eine gewisse Person zu portraitieren versucht. Letzteres ist nämlich noch um einiges schwieriger, da markante Gesichtszüge und Emotionen einzufangen, einen gewissen, aber trainierbaren Blick dafür voraussetzen. Gesicht zeichnen

Schritt 1 – Typ festlegen

Um ein Gesicht zu zeichnen ist es wichtig, vorneweg festzulegen wie es in etwa aussehen soll. Gesicht ist schließlich nicht gleich Gesicht. Soll der Mensch männlich oder weiblich sein? Welcher ethnischen Gruppe soll er angehören? Es macht natürlich einen großen Unterschied, ob er die Proportionen eines durchschnittlichen, mitteleuropäischen Typs, oder die eines asiatischen oder afrikanischen Menschen verkörpert. Die Grundlagen sind jedoch bei jedem Gesicht ähnlich.

Schritt 2 – Die Anfänge

Für Anfänger am einfachsten ist es, die Bereiche, in welchen man das Gesicht zeichnen möchte, zunächst abzugrenzen. Für die Skizze sollte man einen weichen Bleistift verwenden, da sich dieser leichter wieder wegradieren lässt. Wichtig ist, dass der Bleistift immer gut gespitzt ist, da die Skizze sonst schnell unübersichtlich wird. Zunächst beginnt man mit einem einfachen Kreis. Nun zeichnet man ein Kreuz zentral über den ganzen Kreis, von oben nach unten und von links nach rechts. Der senkrechte Strich sollte etwas länger sein, sodass er etwa ein Drittel unter den Kreis reicht. Wo diese Linie an den unteren Teil des Kreises trifft, zeichnet man nun einen weiteren waagrechten Strich. Je nachdem, welchen ethnischen Typ man nun für seine Zeichnung gewählt hat, werden nun wie folgt die Züge von Kinn und Wangen eingezeichnet: Man setzt außerhalb des Kreises, neben dem obersten waagrechten Strich an und zeichnet eine leicht schräge, nach innen fliehende Line bis zum untersten waagrechten Strich. Um den Knochen des Unterkiefers anzudeuten, setzt man die Linie nun in einem etwa 45 Grad Winkel fort. Das Kinn sollte zwar spitz zulaufen, dennoch empfiehlt es sich, es leicht abzuflachen. Die Kanten können nun etwas abgerundet werden. Selbiges wiederholt man anschließend gespiegelt und möglichst symmetrisch auf der gegenüberliegenden Seite. Fertig sind die groben äußeren Umrisse des Gesichts.

Schritt 3 – Die Augen

Um ein Gesicht zu zeichnen, ist es wichtig, Augen, Nase und Mund proportional korrekt zu platzieren. Etwas über der obersten waagrechten Linie wird die Haarlinie platziert. Etwas unter der Linie die Brauen. In der unteren Hälfte des Kreises befinden sich die Augen. Sie werden in der Hälfte bis oberen Drittel dieses Bereiches gezeichnet. Dafür zeichnet man zuerst ein Oval in der Größe eines Auges auf die mittlere senkrechte Linie. Dieses Oval bestimmt den Abstand der eigentlichen Augen, welche links und rechts davon eingezeichnet werden. Wer möchte, kann gleich die Lidfalte über den Augen einzeichnen, sowie die Iris, welche man mittig oben im Auge platziert. Diese sollte nicht die komplette Höhe des Auges ausfüllen!

Schritt 4 – Die Nase

Die Nase liegt auf der zentralen Linie, etwa ½ Augenbreiten nach unten. Ein kleiner Kreis, welcher die Nasenspitze darstellt, wird direkt auf die mittlere waagrechte Linie gezeichnet. Etwas nach unten versetzt befinden sich zwei Bögen, ca. in der ½ Breite des Kreises, welche die Nasenflügel sind. Um die Nasenlöcher ins Gesicht zu zeichnen, werden kleine, umgedrehte U’s an den unteren, äußeren Rand der Nasenspitze platziert. Schattiert wird links und rechts entlang der Nase parallel bis zwischen die Augen, um den Nasenrücken optisch hervorzuheben. Auch um den kleinen Nasenspitzen-Kreis wird leicht schattiert, um dem Gesicht mehr Tiefe zu verleihen.

Schritt 5 – Mund und Lippen

Für den Mund grenzt man zunächst den untersten waagrechten Strich, etwa in der Breite von ½ Nasen, ab. Nun zeichnet man grob die Muskeln der Lippen ein. Bei der Unterlippe, welche direkt unter dem Strich sitzt, zeichnet man ein Oval ca. in der Breite der Nase ein. Dieses wird dann, mithilfe von einer geschwungenen Linie, vervollständigt – beginnend und endend bei den Begrenzungen. In der Oberlippe werden zwei Muskel-Ovale eingezeichnet. Diese gehen in der gesamten Breite etwas über das untere Oval hinaus. Wieder die Lippe vervollständigen, wobei zwischen den Ovalen eine kleine Einkerbung liegt.

Schritt 6 – Der Abschluss

Auf Höhe der Augen können außerhalb des Gesichts noch Ohren eingezeichnet werden, beziehungsweise Haare ab dem Haaransatz. Je nach Lichteinfall wird unter der Berücksichtigung der Hilfslinien und -ovale schattiert. Besagte Linien sollten anschließend vorsichtig mit einem Radiergummi entfernt werden. Wer sich bezüglich des Lichteinfalls und Schattensetzung unsicher ist, kann mit einem Puppengesicht und einer Taschenlampe arbeiten. Weiters ist es hilfreich, sich bei der Schattierung an Anatomiemodellen zu orientieren. Das hilft bei der Schattierung der Schädelknochen ungemein.

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